Bilanzkreismanagement in 2026

Inhaltsverzeichnis

Bilanzkreismanagement in 2026: Hierauf kommt’s an

Das Wichtigste im Überblick

  • Bilanzkreise sind das Rückgrat des Energiemarkts: Sie stellen sicher, dass Einspeisung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht bleiben und das minutengenau.
  • 2026 gelten neue Spielregeln: Der neue Standard-Bilanzkreisvertrag, MaBiS 3.0 und der Redispatch 2.0 Neustart verändern Abläufe, Pflichten und Kostenstruktur spürbar.
  • Fehlprognosen werden teuer: Wer seinen Bilanzkreis nicht präzise steuert, zahlt hohe Ausgleichsenergiekosten oder riskiert Vertragskündigungen.
  • Digitalisierung ist Pflicht, nicht Kür: Ohne automatisierte Prognose-, Fahrplan- und Abrechnungssysteme ist modernes Bilanzkreismanagement kaum noch machbar.
  • Flexibilität wird zum Erfolgsfaktor: Speicher, steuerbare Verbraucher und virtuelle Kraftwerke helfen, Bilanzkreise dynamisch auszugleichen und eröffnen neue Erlösquellen.
  • Neue Plattformen wie Connect+ sind zentral: Sie ermöglichen die reibungslose Kommunikation zwischen Netz, Marktakteuren und Anlagenbetreibern und reduzieren Abwicklungsrisiken.
  • Industrie, Asset Manager & Betreiber müssen handeln: Wer seine Prozesse, IT und Vertragswelt jetzt anpasst, sichert sich Compliance, Kostenvorteile und Handlungsspielraum.

 

Was ist Bilanzkreismanagement und warum ist es 2026 wichtiger denn je?

Das Bilanzkreismanagement ist eines der zentralen Steuerungsinstrumente des liberalisierten Strommarktes in Deutschland.Es sorgt dafür, dass zu jedem Zeitpunkt (im 15 Minuten Takt) die Summe der eingespeisten Energiemengen mit der Summe der entnommenen Energiemengen übereinstimmt. Dieser Zustand wird als „bilanzielle Ausgeglichenheit“ bezeichnet.

Jeder Lieferant oder Direktvermarkter, der Strom vermarktet, ist einem sogenannten Bilanzkreis zugeordnet oder führt selbst einen. In diesem Bilanzkreis laufen alle Energieströme zusammen, für die dieser Akteur die Verantwortung übernimmt, sowohl Erzeugung (z. B. Windparks, Solaranlagen, KWK, Speicher) als auch Verbrauch (z. B. Haushaltskunden, Gewerbe, Industrieanlagen).

 

1.1 Was genau ist ein Bilanzkreis?

Ein Bilanzkreis ist ein virtueller Energiekonto-Rahmen, der vom Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) geführt wird. Er dokumentiert:

  • Alle geplanten Einspeisungen (z. B. aus Fahrplänen von Windparks, Kraftwerken)
  • Alle geplanten Entnahmen (z. B. Lieferungen an Endverbraucher)
  • Die tatsächlichen Einspeisungen und Entnahmen (aus Messwerten)
  • Die daraus entstehenden Differenzen („Bilanzkreisabweichungen“)

 

Der Bilanzkreisverantwortliche (BKV) muss sicherstellen, dass diese geplanten Werte möglichst exakt der Realität entsprechen, andernfalls entstehen finanzielle Ausgleichspflichten (Details dazu im nächsten Abschnitt).

Beispiel:
Ein Direktvermarkter bündelt in seinem Bilanzkreis mehrere Windparks und liefert Strom an Industriekunden. Für den 11. März 2026 von 10:00 bis 10:15 Uhr plant er:

  • Einspeisung: 22,5 MWh
  • Entnahme: 22,5 MWh

 

Tatsächlich speisen die Windparks aber nur 20,1 MWh ein. Der Bilanzkreis ist damit unterdeckt. Die fehlenden 2,4 MWh müssen vom ÜNB über Regelenergie ausgeglichen werden. Die Kosten dafür trägt der BKV.

 

1.2 Warum ist das 2026 besonders relevant?

In den vergangenen Jahren hat sich der Strommarkt stark gewandelt:

  • Der Anteil volatiler erneuerbarer Energien (Wind, PV) liegt inzwischen bei über 55 %, Tendenz steigend.
  • Es gibt hunderttausende dezentrale Einspeiser, die am Markt teilnehmen, vom Solardach über Batteriespeicher bis hin zu Wärmepumpen.
  • Gleichzeitig entstehen neue flexible Verbraucher, wie E-Fahrzeuge, smarte Heizsysteme oder steuerbare Industrieprozesse.
  • Die Stromnachfrage ist zunehmend preis- und netzsignalabhängig (Demand Side Management).
  • Die Bilanzkreisführung wird durch neue regulatorische Pflichten und Plattformen (Redispatch 2.0, MaBiS 3.0, Connect+, §14a EnWG) umfassender und komplexer.

 

Diese Faktoren führen zu einer enormen Dynamisierung und Dezentralisierung des Energiesystems. Die Rolle des Bilanzkreismanagements hat sich deshalb von einem administrativen Abrechnungsprozess hin zu einer strategischen, operativen Kernfunktion entwickelt.

Warum?
Weil jede Abweichung zwischen geplanter und realer Einspeisung/Entnahme Kosten, Risiken und Instabilität verursacht und weil gleichzeitig das System selbst weniger Fehlertoleranz bietet. Anders gesagt: Je volatiler die Erzeugung, desto wichtiger das exakte Timing im Bilanzkreis.

 

1.3 Wer muss Bilanzkreismanagement beherrschen?

Das Thema betrifft heute deutlich mehr Akteure als noch vor einigen Jahren:

  • Direktvermarkter: Sie bündeln dezentrale Erzeuger (z. B. EEG-Anlagen) in eigenen Bilanzkreisen und verkaufen deren Strom an der Börse oder über PPA. Sie tragen die Verantwortung für deren Prognose und Planwerte.
  • Industrieunternehmen mit Eigenerzeugung oder Fahrplanbezug: Wer Strom selbst erzeugt (z. B. KWK, PV) oder aus PPA bezieht, ist in der Regel ebenfalls bilanzkreispflichtig oder Teil eines Bilanzkreisportfolios. Prognosefehler führen hier direkt zu Mehrkosten.
  • Stadtwerke & Lieferanten: Sie müssen die Lastprofile ihrer Kunden möglichst genau voraussehen und auf kurzfristige Änderungen reagieren können, z. B. bei Wetterumschwüngen oder Lastverschiebungen.
  • Asset Manager & Betriebsführer: Wer PV-, Wind- oder Speicherportfolios verwaltet, ist zunehmend mitverantwortlich für die Prognosegüte, Redispatch-Fähigkeit und Fahrplanintegration dieser Assets.
  • Virtuelle Kraftwerke & Aggregatoren: Sie übernehmen oft gleich mehrere Rollen – Prognose, Steuerung, Bilanzierung und Fahrplanverantwortung und orchestrieren ganze Anlagenpools in einem Bilanzkreis.
  • Flexibilitätsdienstleister & E-Mobilitätsanbieter: Sie steuern Verbrauch (z. B. Ladezeiten von Flotten) in Reaktion auf Markt- oder Netzsignale und beeinflussen damit ebenfalls Bilanzkreise aktiv.

Kurzum: Wer im Strommarkt aktiv ist, kommt 2026 nicht mehr am Bilanzkreismanagement vorbei.

 

Regulatorischer Rahmen 2026: Was hat sich geändert?

Das Bilanzkreismanagement steht im Jahr 2026 unter massivem regulatorischem Druck. Die Bundesnetzagentur (BNetzA), die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) und der Gesetzgeber haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Transparenz, Systemstabilität und Kosten-Verursachungsgerechtigkeit im Strommarkt zu erhöhen. Für Bilanzkreisverantwortliche (BKV), Direktvermarkter und Betreiber bedeutet das: Fehler im Bilanzkreismanagement werden 2026 schneller erkannt, höher bepreist und konsequenter dem Verursacher zugeordnet.

 

2.1 Der neue Standardbilanzkreisvertrag (seit Oktober 2024)

Seit dem 1. Oktober 2024 gilt ein überarbeiteter Standardbilanzkreisvertrag, der durch die ÜNB einheitlich in Kraft gesetzt wurde. Zentrale Änderungen:

  • Verschärfte Anforderungen an Planwertmeldungen:
    Fristen für die Meldung von Fahrplänen (v. a. für Redispatch-relevante Anlagen) wurden angepasst und sind nicht mehr verhandelbar.
  • Strengere Sanktionen bei systematischen Abweichungen:
    Wiederholte oder übermäßige Bilanzkreisabweichungen führen schneller zu Mahnverfahren, Vertragskündigung oder Einschränkung der Bilanzkreisbewirtschaftung.
  • Klarere Rollenabgrenzung:
    Definition der Verantwortlichkeiten zwischen BKV, Einsatzverantwortlichem (EIV) und Anschlussnetzbetreiber wurde präzisiert, besonders relevant bei Drittvermarktung, Poollösungen oder Aggregatorenmodellen.
  • Zusätzliche Nachweispflichten:
    Bei Redispatch-Eingriffen, Nichtverfügbarkeit oder Prognosefehlern müssen BKV technische und organisatorische Begründungen liefern können (Nachweis- und Dokumentationspflicht).

 

2.2 MaBiS 3.0 – Bilanzierungsregeln neu gefasst

Die „Marktregeln für die Bilanzkreisabrechnung Strom“ (MaBiS) wurden mit der Version 3.0, gültig seit April 2025, umfassend überarbeitet. Relevante Neuerungen:

  • Einführung einer 15-Minuten-Einzelbilanzierungspflicht für alle bilanziell geführten Last- und Einspeisepunkte (Ausnahme: SLP-Kunden)
  • Detailliertere Zuordnungsnachweise für Fahrpläne, insbesondere bei steuerbaren Verbrauchern und Erzeugern
  • Kürzere Korrekturzeiträume: Rückwirkende Bilanzkorrekturen sind zeitlich stärker begrenzt, was Prognose- und Datenqualität zwingend erhöht
  • Automatisierte Marktkommunikation (AS4-Standard): Pflicht für alle Marktrollen, auch bei kleinen Marktteilnehmern

 

Das Ziel der MaBiS 3.0 ist klar: Fehlanreize, Schätzungen und Informationslücken müssen zugunsten belastbarer, automatisierter und verlässlicher Bilanzierung verschwinden.

 

2.3 Redispatch 2.0 – Bilanzielle Kompensation statt Blindabschaltung

Im Redispatch 2.0 ist das Bilanzkreismanagement zentraler Bestandteil. Seit dem verpflichtenden Go-live für alle Anlagen ab 100 kW (ab 2024) gilt:

  • Einspeiser müssen Planwerte melden, damit Netzbetreiber Redispatch-Maßnahmen antizipieren können.
  • Eingriffe (z. B. Abregelung einer PV-Anlage) erfolgen bilanzneutral: Der Bilanzkreis erhält eine Ersatzenergiemenge gutgeschrieben.
  • Voraussetzung: Der BKV muss die technische Nichtverfügbarkeit fristgerecht und formal korrekt melden andernfalls trägt er die Bilanzfolgekosten.

 

Neu ab 2026 ist:

  • Die RAIDA-Plattform (Redispatch-Data-Access) wurde final in Betrieb genommen und ist verbindlich für alle Redispatch-Marktteilnehmer.
  • Fehlerhafte oder verspätete Datenlieferungen führen zu finanziellen Sanktionen, nicht nur zu Rückmeldungen.
  • Aggregatorische Pools (z. B. virtuelle Kraftwerke) gelten bilanztechnisch als Einheit, was die Prognose komplexer, aber auch wirtschaftlicher steuerbarer macht.

 

2.4 Weitere rechtliche Entwicklungen

  • §14a EnWG (Steuerbare Verbrauchseinrichtungen):
    Ab 2024 in Kraft, ab 2025 verpflichtend für neue Wärmepumpen, Wallboxen & Co. und somit bilanziell relevant, da sie auf Netzsignal reagieren müssen.
  • Netzbetreiber dürfen im Rahmen netzdienlicher Steuerung (z. B. Flexabschaltung) kurzfristig Einspeisung oder Verbrauch beeinflussen, was sich auf die Fahrplanerfüllung auswirkt und muss im Bilanzkreis berücksichtigt werden.
  • Zunehmender Druck auf CO₂-basierte Bilanzierung:
    Es ist politisch absehbar, dass in Zukunft CO₂-Herkunftsnachweise und bilanzieller Grünstromnachweis im Bilanzkreis separat geführt werden müssen (ähnlich wie Herkunftsnachweise heute).

 

Herausforderung Prognose & Bilanzkreistreue

Die Fähigkeit, einen Bilanzkreis exakt zu steuern, steht und fällt mit der Qualität der eingesetzten Last- und Einspeiseprognosen. Schon geringe Fehler führen 2026 zu erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen insbesondere für Direktvermarkter, Industrieunternehmen mit Fahrplanlieferungen, virtuelle Kraftwerke und Aggregatoren. Denn im voll liberalisierten Strommarkt wird jede Kilowattstunde bilanziell verfolgt, bepreist und abgerechnet.

 

3.1 Warum Prognosefehler 2026 so teuer sind

Im Gegensatz zu früheren Jahren werden Bilanzkreisabweichungen heute nicht mehr großzügig geglättet oder gedeckelt. Stattdessen greifen:

  • reBAP (regelzonenübergreifender einheitlicher Bilanzausgleichsenergiepreis):
    Dieser wird viertelstündlich ermittelt und kann stark schwanken je nach Engpasslage, Regelenergieabruf und Marktvolatilität.

    Beispiel: In einer windstillen Dunkelflaute kann der reBAP kurzfristig bei mehreren hundert €/MWh liegen. Bei einem 10-MW-Windpark mit 20 % Abweichung entstehen so fünfstellige Zusatzkosten in wenigen Stunden.

  • Systematische Abweichungen führen zu Sanktionen:
    Wer seine Prognosen dauerhaft nicht im Griff hat (z. B. dauerhaft unterliefert oder überliefert), riskiert:
    • Mahnverfahren durch den ÜNB
    • Ausschluss von Bilanzkreisen (Vertragskündigung)
    • Einschränkungen bei der Fahrplanmeldemöglichkeit
  • Intraday-Handel wird zur Pflichtdisziplin:
    Prognosen ändern sich laufend. Ohne professionellen, automatisierten Zugang zum Intraday-Markt (inkl. kontinuierlicher Handelsintervalle) ist die Nachsteuerung in Echtzeit nicht mehr machbar und führt zu unausweichlichen Abweichungskosten.

 

3.2 Typische Ursachen für Abweichungen

Die größte Herausforderung 2026: Die Energiemärkte sind so dynamisch wie nie zuvor. Das erhöht die Fehleranfälligkeit:

Ursache Beschreibung
Volatile EE-Erzeugung PV & Wind lassen sich trotz KI nur begrenzt exakt prognostizieren, vor allem bei regionalen Wetterumschwüngen.
Unbekanntes Lastverhalten Neue Verbraucher wie E-Fahrzeuge oder Wärmepumpen verändern das Verbrauchsprofil dynamisch; oft ohne vollständige Messdaten.
Fehlende Rückmeldungen Wenn Messwerte aus dem Feld (z. B. von BHKW, PV, Batterien) fehlen oder verzögert sind, wird die Prognose „blind“.
Fehlerhafte Anlagendaten Stammdatenfehler (z. B. falsche Leistung, Netzzuordnung) führen zu falscher Bilanzierung und Abweichungen.
Manuelle Fahrplanmeldungen Bei Anlagen ohne automatisierte Kommunikation kommt es oft zu verspäteten oder fehlerhaften Planwertmeldungen.

 

3.3 Strategien zur Optimierung der Bilanzkreistreue

Professionelle Akteure setzen 2026 auf folgende Erfolgsfaktoren:

  1. Hochpräzise Prognosesysteme:
    Einsatz von Machine-Learning-Modellen, die Wetterdaten, Anlagendaten, Verbrauchsprofile und historische Abweichungen einbeziehen. Modelle werden mindestens 15-minütlich aktualisiert.
  2. Echtzeit-Monitoring mit Alarmfunktionen:
    Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Werten werden live überwacht. Bei kritischen Abweichungen erfolgen automatische Gegenmaßnahmen (z. B. Intraday-Handel, Flexaktivierung).
  3. Intraday-Trading-Bots:
    Automatisierte Algorithmen handeln in kontinuierlichen Märkten abweichende Energiemengen bis wenige Minuten vor Lieferzeitpunkt.
  4. Bilanzkreistrennung nach Risikoklassen:
    Anlagen mit stabiler Erzeugung (z. B. KWK) und volatilen Profilen (z. B. PV, Wind) werden getrennt bilanziert; um gezielter steuern zu können.
  5. Flexibilitätsaktivierung innerhalb des Bilanzkreises:
    Steuerbare Verbraucher (z. B. Industrieverbräuche, Speicher) werden genutzt, um Prognoseabweichungen durch gezielte Fahrplananpassung auszugleichen.
  6. Verlässliche Kommunikation mit Partnern:
    Jeder unklare Fahrplan, jede nicht verfügbare Anlage und jeder nicht aktualisierte Datensatz kann den gesamten Bilanzkreis gefährden. Abgestimmte Prozesse mit Betriebsführern und Netzbetreibern sind somit Pflicht.

 

Digitalisierung & Automatisierung: So funktioniert modernes Bilanzkreismanagement

Ohne digitale Systeme ist Bilanzkreismanagement im Jahr 2026 faktisch nicht mehr umsetzbar. Der Aufwand für Datenverarbeitung, Prognose, Kommunikation, Compliance und Abrechnung übersteigt längst die Fähigkeiten manueller Prozesse. Moderne Bilanzkreisführung basiert daher auf einer vollständig integrierten, automatisierten Systemarchitektur, die Erzeugung, Verbrauch, Fahrplanmeldung, Marktkommunikation und Monitoring in Echtzeit verbindet.

 

4.1 Zentrale digitale Bausteine

Ein funktionsfähiges digitales Bilanzkreismanagement umfasst heute mindestens folgende Systemkomponenten:

Systemkomponente Funktion
Fahrplanmanagementsystem Erstellung, Verwaltung und Übermittlung von Fahrplänen an ÜNB, Netzbetreiber, Direktvermarkter. Mindestens 15-minütlich, mit Updatefunktion
Prognoseengine Wetter- und Lastprognosen, KI-basiert, dynamisch lernend, differenziert nach Asset, Cluster oder Standort
Intraday-Handelssystem (API-basiert) Automatisierter Zugang zu Spot- und Intradaymärkten zur kurzfristigen Fahrplananpassung
Monitoring & Alarmsystem Live-Dashboard mit Abweichungsdetektion, Störfallanalyse, Alarmierung bei Datenfehlern, Nichtverfügbarkeit oder Redispatchbedarf
Marktkommunikationsmodul (AS4-fähig) Automatisierte Nachrichtenübertragung gemäß MaBiS, Redispatch 2.0 und GPKE (z. B. Planwerte, Abrufe, Rückmeldungen)
Reporting & Compliance-System Berichtspflichten gegenüber ÜNB, BNetzA, Marktpartnern inkl. Nachweisdokumentation bei Eingriffen oder Abweichungen
Daten-Backbone (Datenbank, Plattform oder Cloud-System) Zentrale Verwaltung aller Stammdaten, Live-Daten, Bewegungsdaten und Metadaten mit Schnittstellen zu Drittsystemen (z. B. Leittechnik, SCADA, ERP)

 

4.2 Automatisierung = Pflicht

Die Integration dieser Systeme ist nicht mehr optional. Warum?

  • Reaktionszeiten im Intraday-Markt liegen unter 5 Minuten. Das ist manuell nicht umsetzbar.
  • Planwertmeldungen müssen bei Redispatch-relevanten Anlagen täglich bis 14:30 Uhr für den Folgetag eingehen und das inkl. Mengen, Zeitreihen und technischer Verfügbarkeiten.
  • Verzögerungen oder Fehler führen zu Abrechnungssanktionen oder Vertragsstrafen.
  • Redispatch-Ersatzenergie wird nur gewährt, wenn Planwerte korrekt und fristgerecht übermittelt wurden.

Nur automatisierte Prozesse können diese Anforderungen skalierbar, stabil und revisionssicher erfüllen.

 

4.3 Beispiele aus der Praxis

  • Direktvermarkter mit 1.000+ PV-Anlagen nutzen cloudbasierte Plattformen, die automatisch Wetterprognosen, Einspeiseprofile, Forecast-Updates und Intraday-Korrekturmeldungen verarbeiten. Das sind pro Tag mehrere Millionen Zeitreihenpunkte.
  • Industrieunternehmen mit Eigenversorgung und PPAs koppeln ihr Bilanzkreis-Backend direkt mit der Leittechnik und den Messsystemen, z. B. um plötzliche Produktionsänderungen in Echtzeit bilanziell auszugleichen.
  • Virtuelle Kraftwerke (VPP) orchestrieren 2026 oft mehr als 500 dezentrale Assets in einem Bilanzkreis, mit inbegriffen ist KI-Fahrplanerstellung, regelzonenscharfer Bilanzierung und automatisierter Börsenanbindung.

 

4.4 Wichtig: Datenqualität entscheidet über den Erfolg

Ein häufiger Fehler: Unternehmen investieren in Prognosetools, aber vernachlässigen die Stammdatenpflege und Rückmeldeketten. Daraus folgt: korrekte Planwerte werden auf Basis veralteter Anlagendaten oder fehlerhafter Messwerte berechnet, was wiederum zu systematischen Abweichungen führt.

Deshalb gilt:

Ohne saubere Daten, gibt es keine stabile Bilanzkreistreue, egal wie “smart” die Software ist.

Regelmäßige Prüfmechanismen für:

  • Leistung, Verfügbarkeiten, technische Einschränkungen
  • Kommunikationsverfügbarkeit der Messpunkte
  • Zeitliche Synchronisation aller Systeme

 

…sind 2026 Pflichtbestandteil eines erfolgreichen digitalen Bilanzkreisbetriebs.

 

Flexibilität als Schlüssel: Speicher, steuerbare Verbraucher & Smart Meter

Die präziseste Prognose nützt nichts, wenn unvorhersehbare Abweichungen, etwa durch plötzliche Wetterumschwünge, technische Störungen oder Verbrauchsschwankungen auftreten. Genau hier kommt Flexibilität ins Spiel: Die Fähigkeit, kurzfristig steuernd in den Bilanzkreis einzugreifen, entscheidet 2026 oft über wirtschaftlichen Erfolg oder eine kostspielige Bilanzabweichung. Dabei werden Batteriespeicher, steuerbare Verbraucher und intelligente Messsysteme (Smart Meter) zu unverzichtbaren Bausteinen.

 

5.1 Batteriespeicher: Die variable Pufferzone im Bilanzkreis

Batteriespeicher lassen sich sekundenschnell laden oder entladen und damit ideal nutzen, um positive oder negative Prognosefehler auszugleichen.

Anwendungsbeispiele 2026:

  • PV-Überschuss: Ein geplanter 5-MWh-PV-Überschuss fällt witterungsbedingt aus. Der Speicher liefert 3 MWh. Der Bilanzkreis bleibt nahezu ausgeglichen.
  • Lastspitze: Ein Industrieunternehmen meldet kurzfristig Zusatzverbrauch. Der Speicher wird entladen, um die Unterdeckung zu begrenzen.
  • ReBAP-Trading: Speicher werden gezielt in teure reBAP-Zeitscheiben entladen (z. B. >200 €/MWh) und bei negativen Preisen aufgeladen. Das hat einen doppelten Bilanznutzen.

 

Voraussetzung:

  • Echtzeitfähige Steuerungssysteme
  • Integration ins Bilanzkreis- und Fahrplanmanagement
  • Prognosefähige Speicherverfügbarkeiten (SOC, Leistung, Einschränkungen)

 

5.2 Steuerbare Verbraucher: Industrielasten als bilanzielle Flexquelle

§14a EnWG und intelligente Steuerboxen ermöglichen seit 2025 eine gezielte Netz- und marktdienliche Steuerung von Großverbrauchern. Besonders interessant in 2026 sind:

  • Kälteanlagen, Wärmepumpen, Lüftungssysteme (zeitlich verschiebbar)
  • Ladesteuerung von E-Fahrzeugen (Flotten, Busdepots, Werksverkehr)
  • Prozesswärme- und Druckluftsysteme in Industrieanlagen

 

Praxisbeispiel:
Ein Aggregator steuert die Last von 20 Industriebetrieben innerhalb eines Bilanzkreises. Bei drohender Unterdeckung reduziert er automatisiert nicht-kritische Verbräuche (z. B. Kühlung, Wasserstoffelektrolyse) für 30 Minuten und vermeidet so eine Abweichung von 5 MWh bei hohem reBAP.

Technische Anforderungen:

  • Schnittstellen zu Gebäudeleittechnik / Prozesssteuerung
  • Präzise Lastprognosen + kurzfristige Steuerbarkeit
  • Einbindung ins Fahrplanmanagement mit Rückmeldung (Delta-Meldung)

 

5.3 Smart Metering: Ohne Messwerte keine Steuerung

Mit dem verpflichtenden Smart-Meter-Rollout (ab 2025 für relevante Verbrauchs- und Einspeisepunkte) verfügen Unternehmen nun über:

  • 15-Minuten-Lastprofile nahezu in Echtzeit
  • Verlässliche Statusdaten über Netzzustand, Verfügbarkeiten und Rückmeldungen
  • Fernschaltbarkeit für steuerbare Geräte (z. B. Wallboxen, Wärmepumpen)

 

Diese Daten fließen direkt in Prognose, Intradaysteuerung und Bilanzkreisabgleich ein. Ohne Smart Meter wäre eine Echtzeitbilanzierung 2026 schlicht nicht mehr realisierbar.

 

5.4 Fazit: Flexibilität = Rückgrat des aktiven Bilanzkreismanagements

  • Flexibilität ersetzt Unsicherheit, nämlich durch aktive Eingriffe statt passives Hinnehmen
  • Speicher und steuerbare Verbraucher verwandeln Risiken in Steuerungspotenzial
  • Smarte Mess- und Steuerinfrastruktur schließt die Datenlücke zwischen Prognose und Realität

 

Wer 2026 keine flexiblen Assets in seine Bilanzkreisstrategie einbindet, wird entweder hohe Ausgleichskosten tragen oder systematisch Marktchancen verschenken.

 

Virtuelle Kraftwerke & Aggregatoren: Die neue Systemintelligenz

In einem dezentralen, volatilen Stromsystem wie dem deutschen im Jahr 2026 sind Einzelanlagen kaum noch in der Lage, ihren Bilanzbeitrag zuverlässig allein zu leisten. Die Lösung sind Virtuelle Kraftwerke (VPP) und Aggregatoren: Akteure, die verteilte Erzeuger, Speicher und Verbraucher zu steuerbaren, marktfähigen Einheiten bündeln und zentral koordinieren. Für Bilanzkreismanagement bedeutet das: Skaleneffekte, Flexibilitätsgewinn und operative Entlastung.

 

6.1 Was ist ein Virtuelles Kraftwerk (VPP)?

Ein VPP ist kein Kraftwerk im klassischen Sinne, sondern ein digital gesteuertes Netzwerk vieler kleiner bis mittelgroßer Anlagen. Dazu gehören:

  • EE-Erzeuger: PV, Wind, BHKW
  • Verbraucher: steuerbare Industrieprozesse, Wärmepumpen, E-Mobilitätsflotten
  • Speicher: stationär, mobil, hybrid
  • Sektorkoppler: Power-to-Heat, Power-to-Gas

Diese Einheiten werden über eine zentrale Plattform verbunden, überwacht und in Echtzeit gesteuert, mit dem Ziel, wie ein Großkraftwerk am Markt zu agieren, aber auf Basis dezentraler Ressourcen.

 

6.2 Aggregatoren: Marktakteure mit Steuergewalt

Aggregator ist ein regulatorisch definierter Marktakteur (EU Clean Energy Package), der im Auftrag von Anlagenbetreibern:

  • Prognose & Fahrplanmeldungen übernimmt
  • Direktvermarktung bündelt
  • Flexibilität am Spot-, Intraday- oder Regelenergiemarkt handelt
  • Redispatch- und Netzengpassreaktionen auslöst
  • Bilanzkreisführung sicherstellt oder unterstützt

2026 haben viele Aggregatoren ihre Plattformen aufgerüstet mit:

  • Echtzeit-Bilanzkreis-Monitoring
  • automatisierter Flexdispatch
  • integrierter MaBiS- und Redispatch-Kommunikation
  • KI-gestützter Fahrplanoptimierung

 

6.3 Warum VPPs & Aggregatoren für Bilanzkreismanagement entscheidend sind

Vorteil Bedeutung für Bilanzkreismanagement
Skaleneffekte Viele kleine Anlagen verursachen einzeln hohe Abweichungen, doch gebündelt gleichen sie sich aus (Stichwort: Portfolioglättung)
Zentralisierte Prognose Aggregatoren haben Zugriff auf aggregierte Daten und können genauere, stabilere Prognosen generieren
Flexible Fahrplansteuerung VPPs können in Sekundenschnelle auf Abweichungen reagieren, dank Speicher, Abschaltung, Lastverschiebung
Marktzugang Viele Anlagen kommen allein nicht an die Börse oder die Redispatch-Plattform. Aggregatoren übernehmen das gebündelt
Regulatorische Entlastung Betreiber müssen keine eigene Bilanzkreis- oder Redispatchkompetenz aufbauen. Auch hier übernimmt der Aggregator die Pflichten

 

6.4 Beispiel: So funktioniert das in der Praxis

Ein Aggregator betreibt ein VPP mit:

  • 150 PV-Anlagen
  • 12 Batteriespeichern
  • 5 Industriebetrieben mit steuerbarer Produktion
  • 1.200 Ladepunkten

Er führt einen eigenen Bilanzkreis und:

  • erstellt täglich eine präzise Gesamterzeugungs- und Verbrauchsprognose
  • meldet die Fahrpläne gesammelt an den ÜNB und Verteilnetzbetreiber
  • aktiviert Speicher und verschiebt Verbrauch, um Abweichungen zu vermeiden
  • handelt bei Bedarf kurzfristig im Intradaymarkt
  • meldet Redispatch-Eingriffe automatisiert über RAIDA und Connect+

 

Ergebnis: Bilanzkreisabweichungen nahe null, stabile reBAP-Kosten, maximale Erlösausbeute für alle Beteiligten.

Fazit:
Wer 2026 als Betreiber, Industrieunternehmen oder Asset Manager keine eigene Plattform und kein internes Tradingteam aufbauen will, braucht einen Aggregator oder VPP-Partner. Nur so lässt sich Komplexität beherrschen und gleichzeitig von Marktchancen profitieren.

 

Plattformen & Datenhub im Bilanzkreismanagement: Connect+, RAIDA & Co.

Mit der wachsenden Komplexität im Bilanzkreismanagement wächst auch die Bedeutung von digitalen Plattformen, über die Marktakteure, Netzbetreiber und Behörden ihre Daten sicher, standardisiert und fristgerecht austauschen. 2026 sind diese Plattformen längst nicht mehr „nice to have“, sondern sind Pflicht und Rückgrat eines regelkonformen Marktverhaltens. Zwei zentrale Systeme stehen dabei im Mittelpunkt: Connect+ und RAIDA.

 

7.1 Connect+: Die gemeinsame Datenplattform für Redispatch 2.0

Connect+ ist die bundesweite Plattform zur Koordination von Redispatch-Maßnahmen. Sie wurde 2021 eingeführt und ist seit 2024 verpflichtend für alle Redispatch-relevanten Anlagen >100 kW. 2026 ist Connect+ vollständig in den Markt integriert.

Funktionen:

  • Übermittlung von Stammdaten, Planwerten und Nichtverfügbarkeiten
  • Automatisierte Kommunikation zwischen BKV, Einsatzverantwortlichem, Netzbetreiber und Anlagenbetreiber
  • Rückmeldungen zu Redispatch-Abrufen, Ersatzenergie, Bilanzausgleich

 

Warum es wichtig für das Bilanzkreismanagement ist:

  • Nur bei frühzeitiger und fehlerfreier Planwertmeldung über Connect+ erhalten BKV die geplanten Ersatzenergiemengen gutgeschrieben.
  • Fehlt eine Meldung (z. B. technische Nichtverfügbarkeit), geht die Abweichung voll zu Lasten des Bilanzkreises mit entsprechenden Kosten.

 

Pflichten für Marktteilnehmer:

  • Nutzung zertifizierter Schnittstellen (AS4)
  • Tägliche Planwertübermittlung bis 14:30 Uhr für den Folgetag
  • Vollständige Stammdatenpflege je Anlage
  • Rückmeldung von Ausfällen und Verfügbarkeitsänderungen binnen Minuten

 

7.2 RAIDA: Die Redispatch-Data-Access Plattform

RAIDA ist seit 2026 final ausgerollt und ergänzt Connect+ durch eine dezentrale Dateninfrastruktur, die insbesondere große Aggregatoren und VPP-Betreiber nutzen.

Unterschied zu Connect+:

  • RAIDA ist dezentral organisiert und erlaubt Datenzugriff auf einzelnen Netzebenen (Verteilnetz, Regionalnetz, ÜNB)
  • Ermöglicht Bilanzkreis-selektive Prognoseverteilung auf Anlagenpools
  • Erlaubt automatisierte, performante Kommunikation in Echtzeit

 

Praxisnutzen:

  • Großanlagenbetreiber (z. B. Windparks) übermitteln Planwerte und Betriebsdaten nicht manuell an 5 Netzbetreiber, sondern einmalig via RAIDA. So greifen alle Beteiligten auf die Daten zu.
  • Redispatch-Eingriffe erfolgen automatisiert und bilanzkreisgenau kompensiert, inklusive Ersatzenergie, Ausfallmanagement und Zahlungsfluss.

 

7.3 Weitere Plattformen und Schnittstellen

Neben Connect+ und RAIDA gibt es weitere relevante Infrastrukturen:

  • Marktstammdatenregister (MaStR):
    Zentral für Stammdatenprüfung, Bilanzkreiszuordnung und regulatorische Pflichten
  • Smart-Meter-Gateway-Infrastruktur:
    Überträgt 15-Minuten-Messwerte sicher an Marktteilnehmer
  • Abrechnungsplattformen der ÜNB:
    Für reBAP-Daten, Bilanzkreissalden, Vertragsmanagement
  • Energy-Data-Spaces & Gaia-X:
    Zukunftsmodelle für sektorübergreifende Datennutzung (noch im Aufbau)

 

7.4 Fazit: Ohne Plattformintegration keine Marktteilnahme

  • Wer 2026 nicht vollständig an Connect+ & Co. angebunden ist, kann seine Redispatch- und Bilanzierungspflichten nicht rechtskonform erfüllen
  • Fehlerhafte oder verspätete Datenmeldungen führen direkt zu Kosten und Sanktionen
  • Automatisierte Plattformintegration ist kein IT-Thema mehr, sondern eine strategische Compliance-Voraussetzung

 

Praxisbezug: Was Unternehmen in 2026 konkret tun müssen

Bilanzkreismanagement ist in 2026 eine zentrale Steuerungsaufgabe für Asset Manager, Direktvermarkter, Industrieunternehmen und Betreiber dezentraler Energieanlagen. Wer gesetzeskonform, wirtschaftlich effizient und zukunftssicher agieren will, muss seine Prozesse, Systeme und Rollenverteilung gezielt auf die neuen Anforderungen ausrichten. Hier sind die konkreten Schritte.

 

8.1 Technische Anforderungen: Was muss umgesetzt sein?

Smart Meter Rollout umgesetzt:
Alle relevanten Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen (>30 kW) sind mit zertifizierten intelligenten Messsystemen ausgestattet.

Dateninfrastruktur vernetzt:

  • Anlagen, Speicher und steuerbare Verbraucher sind an eine zentrale Datendrehscheibe (z. B. via SCADA, IoT-Gateway, Leittechnik) angeschlossen
  • Anbindung an Bilanzkreis- und Fahrplanmanagementsystem vorhanden

Fahrplanfähige Steuerung aktiv:

  • Speicher und steuerbare Lasten können auf Marktpreise und Prognoseabweichungen reagieren
  • Intraday-Flexibilitäten sind technisch nutzbar

 

8.2 Organisatorische Umsetzung: Wer macht was?

Rolle Verantwortlichkeiten 2026
Bilanzkreisverantwortlicher (BKV) Führt den Bilanzkreis, meldet Fahrpläne, gleicht Abweichungen aus, haftet für Bilanztreue
Einsatzverantwortlicher (EIV) Übermittelt Planwerte, koordiniert technische Verfügbarkeiten, verantwortet Datenmeldungen im Redispatch
Anlagenbetreiber Meldet Änderungen, stellt technische Infrastruktur bereit, beauftragt ggf. Aggregatoren
Direktvermarkter / Aggregator Bündelt Assets, übernimmt Fahrplansteuerung, Intraday-Handel, Redispatch und Bilanzkreisführung
Industrieunternehmen mit Eigenerzeugung Müssen entweder selbst Bilanzkreise führen oder über zuverlässige Dienstleister einbinden

Tipp: Rollen und Verantwortlichkeiten sollten vertraglich klar geregelt sein.

 

8.3 Rechtlich & regulatorisch: Das muss eingehalten werden

  • Standardbilanzkreisvertrag (2024): unterzeichnet und umgesetzt
  • MaBiS 3.0 Vorgaben: fristgerechte Planwert- und Mengenzuordnung
  • Connect+ & RAIDA-Anbindung: vollständig integriert und betriebsbereit
  • Redispatch 2.0 Pflichten: Nichtverfügbarkeiten, Abrufe, Planwerte automatisiert übermitteln
  • §14a EnWG: steuerbare Verbraucher im Netzanschlussprozess korrekt eingebunden

 

8.4 Checkliste: Bin ich fit für 2026?

Frage Ja / Nein
Haben wir eine durchgängige Datenkette von der Anlage bis zur Bilanzkreisplattform?  
Können wir Planwerte automatisiert erzeugen und übermitteln, täglich, viertelstunden-genau?  
Haben wir automatisierten, regelzonenfähigen, bilanziell synchronen Zugang zum Intraday-Markt?  
Ist unsere Kommunikation mit ÜNB, Netzbetreiber, Direktvermarkter AS4-konform?  
Haben wir flexible Assets im Portfolio, die bei Prognosefehlern ausgleichen können?  
Sind unsere Verträge mit EIV, Aggregatoren, Vermarktern aktualisiert (inkl. Redispatch)?  

Tipp: Alles, was du mit „Nein“ beantworten musst, ist 2026 ein operatives Risiko und im schlimmsten Fall teuer.

 

Ihr Partner für Bilanzkreismanagement in 2026. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf

Bilanzkreismanagement ist in 2026 ein Pflichtfeld für alle, die mit Strom handeln, erzeugen oder verbrauchen. Prognosefehler, fehlerhafte Fahrpläne oder fehlende Plattformanbindungen führen direkt zu Kosten, Haftungsrisiken und Marktausschluss.


Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre gesamte Bilanzkreisstrategie zukunftssicher und wirtschaftlich mit folgenden Lösungen zu gestalten:

  • Bilanzkreisführung & Fahrplanmanagement
  • Prognosemodelle & Intraday-Handel
  • Redispatch 2.0 & Connect+ Integration
  • Smart Metering & Echtzeitdateninfrastruktur
  • Flexibilitätssteigerung & VPP-Anbindung

 

Ob Sie Asset Manager, Direktvermarkter, Industrieunternehmen oder Betreiber sind, unsere Experten prüfen Ihre bestehende Struktur und zeigen konkrete Optimierungspotenziale auf. 

Füllen Sie jetzt unser Kontaktformular aus und ein Experte aus unserem Energiemanagement-Team meldet sich persönlich bei Ihnen, um Ihre Situation zu analysieren und passende Lösungen vorzuschlagen.

Sichern Sie sich frühzeitig Compliance, Kostenvorteile und maximale Marktflexibilität.

Fazit: Bilanzkreismanagement 2026: Pflicht, Risiko und Chance zugleich

Im Jahr 2026 ist das Bilanzkreismanagement ein strategischer Erfolgsfaktor im Strommarkt. Die Anforderungen sind gestiegen: präzisere Prognosen, kürzere Meldefristen, härtere Sanktionen, umfassende digitale Integration und rechtlich verbindliche Rollenverteilung.

Wer aktuell noch mit Excel, E-Mail und manuellen Fahrplänen arbeitet, wird vom Markt und Regulierer überholt. Gleichzeitig eröffnen digitale Plattformen, Flexibilitätsmanagement und Aggregatorlösungen enorme Potenziale zur Kostensenkung, Systemstabilität und neue Geschäftsmodelle.

Die entscheidende Frage lautet also nicht mehr, ob Sie sich mit Bilanzkreismanagement beschäftigen müssen, sondern wie professionell, automatisiert und zukunftsfähig Sie es umsetzen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Ihre Bilanzkreisstrategie auf 2026 auszurichten.

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